Holzmerkmale

Kleine Holzkunde: Jedes Stück ein Einzelstück!

Holz ist ein natürlicher Rohstoff und zeigt je nach Holzart und Standort verschiedene Eigenschaften, welche die Ästhetik und die Charakteristiken dieses Materials so besonders machen. Dabei können unterschiedliche und typische Merkmale auftreten, wie beispielsweise Äste und Markröhren, die jedoch keinen Mangel bedeuten. Jedes Holzstück ist ein echtes Unikat.

Durch das natürliche Wachstum zeigt Holz Unterschiede im Aufbau und damit auch unterschiedliche Eigenschaften, etwa in Bezug auf seine Dichte und das Quell- und Schwindverhalten. Weiterhin können die Harzgehalte der Nadelhölzer abweichen und die Inhaltsstoffe im Holz durch Umweltfaktoren voneinander unterschiedlich ausgeprägt auftreten. Einen kleinen Überblick über verschiedene Merkmale dieses einmaligen Rohstoffes finden Sie unter den folgenden Informationstexten.

Joda®Tipp: Holz im Außenbereich bedarf unabhängig von Qualität, Imprägnierung und Holzart einer gewissen Pflege. Dazu gehören die Reinigung und je nach Bewitterung und Lage ein Schutzanstrich. Je besser die Pflege, desto länger die Freude am Holz. Damit die Pflege leicht von der Hand geht, finden Sie hierzu mehr Informationen zu unserem Joda®color-Programm auf der entsprechenden Seite.


Trockenrisse

Bei einem Trocknungsprozess können sogenannte Trockenrisse aufgrund einer nicht gleichmäßigen Holzstruktur entstehen, wodurch das Holz tangential stärker schwindet als radial (Anisotropie). Je nach Holzart und Standort des Produktes (z. B. sonniger oder schattiger Standort) kann dies unterschiedlich stark auftreten und auch wieder vergehen. Durch Veredelungsverfahren kann dieser Prozess reduziert, nicht aber gänzlich verhindert werden. Nach DIN 4074 sind solche Risse grundsätzlich zulässig, da sie die Statik und Haltbarkeit nicht negativ beeinflussen.


Salzausblühungen

Bei kesseldruckimprägnierten Hölzern können oberflächliche, weiß bis grünliche Ausblüh­ungen auftreten. Es handelt sich hierbei um austretendes Harz, welches sich mit Inhaltsstoffen der Imprägnierung gemischt hat. Die in der Imprägnierung gelösten Kupfersalze oxidieren an der Oberfläche zu hellgrünen Flecken und wittern nach einiger Zeit ab. Es handelt sich hierbei also nur um ein vorübergehendes optisches Merkmal durch den Behandlungsprozess und bringt keine negativen Einflüsse auf die Haltbarkeit des Holzes mit sich.


Äste und Maserung

Äste und Maserung des Holzes variieren je nach Holzart und Standort des Baumes. Sie gehören zu den natürlichen Charakteristiken des Holzes und machen durch die Variationen die Ästhetik des Rohstoffes aus. Holz ist und bleibt ein Naturprodukt, wodurch kein Stamm dem anderen gleicht. Eine einheitliche und gleichmäßige Maserung kann daher nicht gewährleistet werden, z. B. bei Sichtschutz­- und Vorgartenzäunen oder Profi-­ und Konstruktionsholz. Bei Gartenholzprodukten werden ausschließlich gesunde, jedoch auch durchaus astigere Hölzer als im Möbelbau, eingesetzt.


Harzaustritte

Ein nachträgliches Ausharzen ist bei Nadelhölzern gerade bei warmer Witterung oder direkter Sonneneinstrahlung nicht vermeidbar. Die Stärke des Austrittes unterscheidet sich zwischen den Baumarten und kann durch einen dunklen, wärmeabsorbierenden Anstrich noch verstärkt werden. Tipp für den Fall der Fälle: Benutzen Sie ein Stück Holz als Spachtel und entfernen Sie vorsichtig gegebenenfalls ausgelaufenes Harz.


Markröhre

Die Markröhre, auch Mark genannt, ist eine zentrale Röhre in Längsrichtung des Stammes und wird innerhalb des ersten Jahrrings gebildet. Er hat lediglich einen Durchmesser von wenigen Millimetern und setzt sich in Farbe und Struktur vom umgebenden Holz ab. Durch die Verarbeitung des Holzes kann diese aus einem porösen Gewebe bestehende Röhre teilweise oder ganz sichtbar werden. Hierbei handelt es sich um ein natürliches Merkmal und gehört damit zu dem typischen Erscheinungsbild dieses Werkstoffes.


Farbgebung und Schattierungen

Bei kesseldruckimprägnierten Hölzern werden Farbpigmente mit der Imprägnierlösung unter hohem Druck in das Gewebe gepresst. Je nach Holzart, Holzabschnitt, Feuchtegehalt oder Dichte des Materials variiert das Aufnahmeverhalten zwischen den Baumarten und innerhalb eines Werkstückes, wodurch die Farbintensität unterschiedlich stark ausfallen kann. Durch die Bewitterung gleichen sich diese Farbunterschiede in der Regel über die Zeit an.


Holzinhaltsstoffe

Je nach Holzart sind im Holz verschiedene Inhaltsstoffe gebunden, welche durch Bewitterung austreten können. Um ein Durchschlagen dieser Stoffe durch die Deckfarbe zu verhindern, empfehlen wir bei deckenden Farben eine Grundierung und einen Absperrgrund aufzutragen. Bei stark gefärbten Hölzern, wie z. B. Bangkirai, sind Verunreinigungen an Pflasterflächen etc. möglich, da durch Staunässe die Inhaltsstoffe gelöst und ausgespült werden können. Daher ist darauf zu achten, dass Wasser gut abgeführt werden kann.


Raue Oberfläche

Die Oberfläche von gehobelten oder gefrästen Hölzern kann trotz großer Sorgfalt und scharfen Werkzeugen teilweise raue Stellen aufweisen. Gerade im Astbereich oder entgegen der Bearbeitungsrichtung gerichtete Holzfasern sind je nach Holzart und Faserverlauf raue Stellen oder kleine Faserausrisse möglich. Bei einer Pfostenkopfbearbeitung sind aufgrund der quer zur Faser erfolgten Bearbeitung neben rauen Flächen auch kleine Ausfransungen möglich.


Quell- und Schwindverhalten

Eine für Holz typische Eigenschaft ist die Volumenveränderung durch Feuchtigkeitszu-­ oder -abnahme, auch Hygroskopie genannt. Je nach Baumart und Umgebungs- und Materialfeuchte können Bauteile unterschiedlich stark quellen und schwinden, das Holz arbeitet also. Ein frisch eingeschnittenes Kiefernbrett hat z. B. nach einer Feuchtigkeitsabnahme von 10 % ca. 4 % seines einstigen Volumens verloren. Bei der Druckimprägnierung wird das Holz mit Flüssigkeit gesättigt. Es weist daher am Anfang der Trocknung die höchsten Schwindungen auf, was im Verbau konstruktiv berücksichtigt werden sollte (z. B. Profilholz mit verlängerter Feder einbauen).


Schimmel und Bläue

Da Holz ein natürlicher Rohstoff ist, kann es durch unvorteilhafte Lagerung oder unfachmännischen Verbau dazu kommen, dass sich durch Staunässe oder eine zu hohe Restfeuchte im Material Schimmel und Bläuepilze auf dem Holz absetzen sowie Stockflecken entstehen. Bei der Bläue handelt es sich lediglich um eine optische Beeinflussung, die mechanischen und statischen Eigenschaften werden hierdurch nicht negativ beeinflusst. Eine Imprägnierung ist ein guter Schutz gegen diesen Befall. Sollte es dennoch zu solchen Merkmalen kommen, können diese meistens, nachdem das Holz trocken geworden ist, leicht entfernt werden und gleichen sich mit der Zeit farblich an. Bei unbehandelten Hölzern ist eine Grundierung mit vorbeugendem Bläueschutz (Joda®color) zu empfehlen.